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Bjørn Wiinblad (1918-2006)

Bjørn Wiindblad wurde am 20. September 1918 in Kopenhagen geboren. Sein Vater war Typograph, Journalist und Politiker in Dänemarks Hauptstadt. Bjørn zeigte früh künstlerisches Talent beim Malen und in der Musik. Er bekam Klavier- und Querflötenunterricht bei dem dänischen Komponisten Louis Glass. Als Jugendlicher bekam Zeichenunterricht. Zunächst studierte er dann an der Technischen Hochschule in Kopenhagen und 1940 bis 1943 an der Kongelige Danske Kunstakademi Malerei und Illustration. Durch einen Freund bekam er während seines Studiums Kontakt mit Keramik, dem Werkstoff der ihn später bekannt machte. Nach dem Studium hielt er sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser, bis er bei der Keramikfabrik Lars Syberg in Taastrup eingestellt wurde. In der Zeit eröffnete er seine eigene Werkstatt in Lyngby und stellte seine Werke u .a beim Georg Jensen Store in New York aus. Mitte der 1950er Jahre wurde der bekannte dänische Designer Jacob Bang (Gestalter auch bei Holmegaard) auf Wiindblad aufmerksam und engagierte ihn als Designer für die heute nicht mehr existierende Nymølle Keramiske Farbik im Norden von Kopenhagen. Seine floralen Entwürfe in Kombination mit der cremefarbigen Fayence wurden zum Erfolgsschlager in Dänemark.
1957 wurde Philipp Rosendahl auf den dänischen Künstler aufmerksam. Rosenthal begann in der Zeit seine Firma als eine der bedeutendsten Porzellanfabriken weltweit zu positionieren. Führend war sein Unternehmen insbesondere im modernen Design für Artikel rund um den „Gedeckten Tisch“ mit Schwerpunkt Geschirr und Dekorationsartikeln. Die Marke war hier bis Anfang der 1990er Jahre einer der renommiertesten Hersteller weltweit. Philipp Rosenthal war begeistert von den fantasievollen und floralen Designs Wiinblads und stellte ihn als Chefdesigner für sein Markenunternehmen ein. Wiinblad arbeitete mit vielen renommierten freiberuflichen Designern u. a. auch mit den finnischen Berühmtheiten Tapio Wirkkala und Timo Sarpaneva zusammen. Wiinblad wurde insbesondere durch seine farbenprächtigen Teller weltweit bekannt, die er für die Rosenthal-Studio Line entwarf. Die Muster der reichdekorierten Teller, Vasen, etc. basierten häufig auf religiösen und mystischen Darstellungen aus der byzantinischen Kunst. Aber natürlich entwarf er auch Serien für den „Gedeckten Tisch“ wie das Besteck Lotus aus dem Jahr 1964. In den 1960er Jahren wurden seine Entwürfe zum Inbegriff guten skandinavischen Designs mit Wiederbelebung der Ornamentik vergangener Epochen. Zum Ende seiner Tätigkeit bei Rosenthal leitete er die Zusammenarbeit mit Gianni Versace ein. Durch die ebenfalls farbenprächtigen Entwürfe von Versace bekam der renommierte Geschirrhersteller, der seine Geschäftsfelder inzwischen auf Möbeln, Leuchten, etc. ausgedehnt hatte, nochmals einen Hype.
Gianni Versace nannte Wiinblad später den Versace des Nordens. Der vielseitige dänische Künstler gestaltete neben seiner Tätigkeit als Produktdesigner auch als Bühnenbilder u. a. für das Pantomime-Theater des Tivolis in Kopenhagen und des Dallas Theatre Center und stattete zahlreiche Restaurants und Hotels aus.
Am 08. Juni 2006 starb Bjørn Wiindblad in seiner Wahlheimat Lyngby bei Kopenhagen.

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