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Marimekko – Kult aus Finnland

Marimekko – weltweit bekanntes Design mit wechselhafter Historie

Marimekko wurde 1951 von Armi und Viljo Ratia unter Namen Printex Oy in Helsinki gegründet. Maija Isola war die erste Designerin des Unternehmens. Um die Stoffmuster von ihr besser zu vermarkten, beschloss Armi Ratia die Produktpalette um Wohnaccessoires und Mode zu erweitern. Daher wollte die Geschäftsführung den Namen Printex austauschen, der die Veränderungen auch repräsentieren sollte. Anfang der 1950er Jahre wurde die Firma umbenannt in Marimekko (Mari – Marie; mekko – Kleid).

Der Durchbruch durch die First Lady – Jackie Kennedy

Den internationalen Durchbruch erreichte die junge Firma mit Jacqueline Kennedy, der Ehefrau von John F. Kennedy. Sie trug im Wahlkampf bei Ihren öffentlichen Auftritten, die damals noch günstigen Kleider des jungen, finnischen Unternehmens statt Haute Couture. Dieses Phänomen erregte natürlicha weltweit für Aufsehen in der Klatsch- und Modepresse.

Marimekko erlebte einen regelrechten Boom. Die entstandenen Gewinne dieser Jahre wurden großzügig investiert, es wurde sogar ein Marimekkodorf bei Porvo geplant, in dem alle Mitarbeiter wohnen und arbeiten sollten. Ender 1960er folgte prompt der Umsatz-Einbruch und viele Projekte wurden gestoppt, insbesondere das Mammutprojekt „Dorf“. Die Belegschaft und Kollektion wurde gekürzt, um die Firma wieder zu sanieren.  

Armi Ratia legte trotzdem viel Wert auf die sozialen Errungenschaften in der Unternehmenskultur. So bot die Geschäftsführung der Belegschaft einen eigenen Friseur, Massagemaschinen und ärztliche Kontrolluntersuchungen für die Mitarbeiter an.

1974 wurden erstmals Aktien von Marimekko an der Börse von Helsinki ausgegeben. Armi Ratia führte die Firma bis in das Jahr 1977, danach begleitete sie das Unternehmen als Aufsichtsratsvorsitzende bis zum Ihrem Tod im Jahr 1979. 

Wirtschaftlicher Niedergang und Übernahme durch Kirsti Paakkanen 

Danach geschahen nur noch wenige Veränderungen. Die Kreativität, die die Marke damals schon auszeichnete, war zu dieser Epoche nicht mehr wirklich vorhanden. Daher wurde Marimekko 1985 von dem finnischen Mischkonzern Amer übernommen. Das Unternehmen arbeitete nach der Übernahme immer erfolgloser und hätte 1989 fast die Insolvenz anmelden müssen. 

Es fanden Gespräche zwischen Kirsti Paakkanen und Amer statt. Kirsti Paakkanen, geboren 1929,  war lange Zeit Inhaberin einer der erfolgreichsten Werbeagenturen Finnlands und hatte sich zu dieser Zeit bereits in den Ruhestand begeben.

Neuer Erfolg durch das Unikko Muster 

Dennoch erwarb sie 1991 die finnische Kultfirma Marimekko und machte sie zu einem der erfolgreichsten Unternehmen Finnlands. Die Kollektion wurde massiv ausgebaut. Die Tochter von Maija Isola, Kristina Isola stellte aus den Mustern ihrer Mutter eine riesige Kollektion verschiedener Fertigartikel zusammen – so entwickelte sie etwa Taschen, Küchentextil, Bettwäsche, Tischwäsche oder Notizbücher in dem berühmten Unikko Muster. 

Weiterhin stellte Kirsti Paakkanen die wichtigsten Modedesigner Finnlands ein, wie Ritva Falla, Matti Seppänen und andere. In der Dekade von 2000 bis 2010 reduzierte sie ihren Firmenanteil nach und nach – bis zum Schluss auf 32 % – um einen Generationswechsel herbei zu führen. 2008 übernahm dann der heutige Vorstandsvorsitzende Mika Ihamuotila die Führung des Unternehmens und hält bis heute 23 % der Aktien.

Er wiederum verschlankte die Vielfalt der Kollektion, insbesondere der Modekollektion. Weiterhin konzentriert er sich auf die wichtigen Muster wie Unikko und Tasaraita und fördert Jungdesigner, die der Marke wieder frische Impulse verleihen. Mika führte und führt das Unternehmen erfolgreich in die Globalisierung.

Jokapoika und Tasaraita – Die Designgeschichte

Drei Designerinnen und ein Designer haben die Marke geprägt und haben durch ihr die außergewöhnliche Vermischung der Formen und Farben der finnischen Natur und der Sozialverträglichkeit ihres Designs weltweit Maßstäbe gesetzt.
Ihre Designs, insbesondere die von Maija Isola prägen die Kollektion bis heute.

Maija Isola war die erste Designerin Marimekkos. Sie hat für das Unternehmen über 500 Stoffmuster entworfen. Die bekanntesten sind Unikko, Kivet, Ananas, Nimikko, Kaivo und Tuuli. Das Muster Unikko hat heute weltweit Kultstatus und präsentiert sich als die heimliche Nationalflagge Finnlands – sogar ein Jet von Finnair ist mit diesem Muster dekoriert. Maija Isola war lange Zeit die Design Chefin des Unternehmens. Später arbeitete auch ihre Tochter Kristina für das Unternehmen, um immer wieder neue Artikel und Farbstellungen für die Vielfalt der Stoffmuster ihrer Mutter zu kreieren.

Die finnische Modedesignerin Vuokko Eskolin-Nurmesniemi wurde 1953 bei Marimekko angestellt und stieg schnell als Chefdesignerin im Bereich Mode auf. Sie entwarf 1956 das Finnland-Hemd Jokapoika. Es basiert auf dem Schnitt eines Arbeiterhemds und hat heute in Finnland Kultstatus. Das Design ist ein herausragendes Beispiel für die Sozialverträglichkeit des finnischen und skandinavischen Designs. 

Eine herausragende Stellung hat auch Annika Rimala. Sie entwarf 1968 das Muster Tasaraita (gerader Strich) für eine Jersey Kollektion, die zur Jeans und Freizeitmode getragen werden sollte. Es war die erste Unisex Kollektion der Welt. Die ersten Artikel waren ein Kurzarm T-Shirt Lyhythiha (lyhy – kurz, tiha – Hemd), ein Langarm T-Shirt Pitkähiha (pitkä – lang) und die Nachthemden Pitkämekko (Pitkä – lang, mekko – Kleid) und Uni (schlaf). Heute ist die Tasaraita-Kollektion die Basis Modekollektion von Marimekko. Am beliebtesten ist das T-Shirt Ilma der erweiterten Produktpalette des Musters Tasaraita. Weiterhin gibt es jedes Jahr neue Farbkombinationen, die Schnitte werden laufend  der aktuellen Mode angepasst. Weiterhin gibt es inzwischen einige Fertigartikel mit dem beliebten Muster wie Kaffeebecher und Servietten.
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Der Designer der wiederum eine Weltneuheit für die finnische Kultmarke geschaffen hat, war der Sohn des Gründerehepaars Ristomatti Ratia. Er entwarf Anfang der 1970er Jahre die erste Taschenkollektion aus Segeltuch 

Bekleidung, Geschirr und Bettwäsche – aktuelle Vielfalt 

Heute beschäftigt das Unternehmen viele freie Designer und Designerinnen insbesondere aus Finnland und Schweden. Besonders erwähnt werden sollte auch Maija Louekari, die die beliebten Muster Kaiku, Räsymatto und Siirtolapuutarha entworfen hat.

Ein großer Erfolg ist auch das Geschirr Oiva, auf dem wir viele Muster von den Stoffen  wieder finden. Im Gegensatz zu einem klassischen Geschirrhersteller bietet die finnische Marke mit wenigen Formen eine riesige Vielfalt an Mustern an – sodass der Nutzer immer mal wieder sein vorhandenes Geschirr, ob von Marimekko oder anderen Anbietern, aufpeppen kann.

 

 
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