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Georg Jensen, Holmegaard, Royal Copenhagen

« Königlich Dänische Marken »

Zu ihren Vorfahren zählen Gorm der Alte und sein Sohn Harald I. Gormson, genannt Blauzahn – und damit die ersten Könige Dänemarks aus dem 10. Jahrhundert. Königin Margrethe ist stolz auf die tausendjährige Geschichte der dänischen Krone, der ältesten Dynastie in ganz Europa. Die Dänen sind ihrerseits stolz auf ihre moderne und aufgeklärte Monarchin, die sich als Buchillustratorin, Bühnenbildnerin und Übersetzerin aus dem Französischen ins Dänische einen Namen gemacht hat.

Doch auch der modernen, gar fortschrittlichen Monarchie fehlt es keineswegs an Glanz und an Liebe zum Luxus. Der königliche Hof gibt sich ausschließlich mit dem Besten zufrieden und das in jeder Hinsicht. Nur namhafte Unternehmen mit einem tadellosen Ruf dürfen die dänische Krone beliefern, daher ist der Titel „Königlicher Hoflieferant“ eine hohe Ehre und ein Qualitätssiegel. Heute möchten wir drei berühmte Hoflieferanten vorstellen, die vor allem die königliche Tafel teilweise seit Jahrhunderten mitgestalten dürfen.

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Es geht um drei Meister des perfekten Tischgedecks, die inzwischen weltweit berühmten Marken Royal Copenhagen, Georg Jensen und Holmegaard. Jede Marke hat ihr eigenes unverwechselbares Gesicht und blickt auf eine lange Tradition zurück. Jede dieser Marken ist einzigartig und vermag es, immer aufs Neue zu begeistern.

Royal Copenhagen – Noblesse oblige

Royal Copenhagen, die älteste Porzellanmanufaktur Skandinaviens, existiert seit 1775. Gegründet von Frantz Heinrich Müller, einem talentierten Arkanisten, also einem Chemiker, der in alle Geheimnisse der Porzellanherstellung eingeweiht war, stand Royal Copenhagen von Beginn seiner Geschichte an unter dem Patronat der dänischen Krone.

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Ein halbes Jahrhundert lang besaß das Unternehmen sogar das Monopol auf die Herstellung von Porzellan im Königreich. Bereits seit Ende der 1770er-Jahre hielt der königliche Hof Anteile an der Manufaktur, bis 1868 wurde Royal Copenhagen sogar unmittelbar vom Hofe mitgeleitet.

Musselmalet

Der Hoflieferant, eng mit der Krone verbunden, machte seinem Namen stets alle Ehre. Es gab und gibt kein Service, das nicht zu einem Erfolg wurde. Eine der ältesten Serien von Royal Copenhagen ist das Geschirr mit dem Strohblumenmuster, dem berühmten Musselmalet. Dieses äußerst elegante blau-weiße Muster, auch als „Zwiebelmuster“ oder „Immortelle“ bekannt, gehört zu den ältesten Mustern in der Porzellangeschichte überhaupt. Der Name Musselmalet, „Muschelmuster“, ist indes auf die gerippte Oberfläche dieses edlen Geschirrs zurückzuführen.

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Die gerippte Oberfläche und der filigrane, wie eine feine Spitze wirkende Rand (sogenannte Vollspitze oder Halbspitze) sind Markenzeichen des königlichen Hoflieferanten, und nicht nur in Verbindung mit dem Musselmalet-Muster zu finden.

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Neben dem historischen Zwiebelmuster kann Royal Copenhagen heute zu einem perfekten Tischgedeck unter anderem mit dem Geschirr aus der Serie „Elements“ von Louise Campbell beitragen, in dem die eher diskrete Moderne der würdevollen Tradition ganz souverän und erfolgreich Konkurrenz macht.

Holmegaard – die formschöne Kunst des Trinkens

Die Glashütte Holmegaard, mit der königlichen Erlaubnis im Jahre 1823 gegründet und von Gräfin Henriette Danneskiold Samsøe mit starker Hand mehrere Jahre lang geführt, ist ein Lieferant von edlen Weingläsern, aber freilich nicht nur. Für jedes Getränk hat Holmegaard das perfekte Glas parat, und sei es nur schlichtes Wasser.

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Das königliche Tischgedeck dürfen die schlanken Gläser aus der Serie Idéelle, die bodenständigen „Schiffsgläser“ oder zum Beispiel die leicht verspielten Charlotte-Amalie-Gläser zieren, die mit ihren femininen Formen begeistern.

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Neben den Gläsern gehören zum breiten Sortiment der berühmten Glashütte elegante Karaffen, Dekanter, Teelichter aus transparentem Glas und Blumenvasen. Allen Kreationen von Holmegaard ist eine beeindruckende Leichtigkeit eigen, außerdem zeichnen die Glaskunst von dieser Marke die für das skandinavische Design typischen fließenden, organischen Formen aus. Kurzum, die Glaskunst von Holmegaard ist einer königlichen Tafel durchaus würdig.

Georg Jensen

Unter den königlichen Hoflieferanten gehört Georg Jensen, erst 1904 gegründet, zu den jüngeren. Georg Arthur Jensen, der Firmengründer und ein begabter Silberschmied, wurde für seine Kunst allgemein bewundert. Sein Ruhm drang schnell bis zu dem Königshof und schon bald durfte die Georg Jensen & Wendel GmbH, wie sich das Unternehmen Anfang des 20. Jahrhunderts nannte, formschöne Meisterwerke im damals gefeierten Jugendstil, liefern.

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Bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts war die Marke Georg Jensen über die Landesgrenzen Dänemarks bekannt geworden und exportierte ihre Waren nicht nur europaweit, sondern auch in die USA und nach Südamerika, wo sogar firmeneigene Filialen eröffnet wurden.

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Von Beginn an spielten in der Firmengeschichte freie Künstler eine entscheidende Rolle, die das Markenbild nachhaltig prägten. Unter den Designern, die mit Georg Jensen zusammenarbeiteten, waren zum Beispiel Größen wie der Maler Johan Rohde, der schwedische Adelige Prinz Sigvard Bernadotte oder der herausragende Zeichner Harald Nielsen, aus dessen Werkstatt eine der erfolgreichsten Besteckserien – die „Pyramide“ mit ihrem markanten Dekor stammt.

Das berühmteste Besteck Nordeuropas

Indes wurde die berühmteste Besteckserie Skandinaviens von einem anderen Großen, nämlich Jahrhunderttalent Arne Jacobsen, erschaffen. Das AJ-Besteck, einst für das Royal SAS Copenhagen Hotel entworfen, wird seit 1967 von der Manufaktur Georg Jensen produziert. Die schlanke Eleganz und reduzierte Formgebung dieses futuristisch anmutenden Bestecks, gepaart mit seiner exzellenten Verarbeitung, machen das AJ zu einer der Gipfelleistungen des skandinavischen Designs.

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Das Arne-Jacobsen-Besteck, aus mattiertem Edelstahl gefertigt, wertet jedes Tischgedeck auf und kommt nicht selten bei einem königlichen Dinner zum Einsatz.

Adeliges Design

Es ist der Grundlovstag (Tag des Grundgesetzes) oder vielleicht der 16. April, der Geburtstag der Königin Margrethe. Eine erlesene Gesellschaft wurde zum königlichen Dinner eingeladen. Unter den Gästen sind Adelige, Prominenz aus der Politik und Kultur, Vertreter der Wirtschaft. Die Tafel ist gedeckt, sie glänzt mit dem Musselmalet Vollspitze Geschirr aus dem Hause Royal Copenhagen, mit den leicht kurvigen Charlotte-Amalie-Gläsern und dem Old Danish oder Pyramide-Besteck von Georg Jensen. Ein Tischgedeck, das für Bewunderung sorgt und sogar Gäste begeistert, die häufig im Kreise des Hochadels dinieren dürfen.

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Und wir, die wir keine persönliche Einladung von der Königin und ihrem Gemahl erhalten haben? Ein nobles Tischgedeck, bei dem ausschließlich Geschirr, Besteck und Trinkgläser von königlichen Hoflieferanten zum Einsatz kommen, kann sich heute jeder leisten. Es muss übrigens nicht unbedingt ein Tischgedeck im nobel-nostalgischen Stil sein, denn die breite Produktpalette der Traditionsmarken macht auch Kombinationen im zeitlosen, rustikalen und modern-minimalistischen Design möglich.