Bertil Vallien 1938*

Bertil Vallien wuchs im Villenvorort Sollentuna nördlich von Stockholm auf. Die Eltern waren Nils und Astrid Wallin, sie hatten zusammen sieben Kinder. Valliens Eltern gehörten der Pfingstbewegung an, wodurch er in einer streng religiösen Umgebung aufwuchs. Der frühe Kontakt zu dem Künstler Bo Notini, den Bertil Vallien sehr bewunderte, begeisterte ihn für die künstlerische Arbeit. Nach eigener Aussage war es vor allem das beeindruckende Studio Notinis - eine Fundgrube an Skizzen, Vorentwürfen, antiken Skulpturen und zahlreichen Kuriositäten -, die ihn bewegten, immer wieder dorthin zurückzukehren. Es war Notini, der Valliens Talent als erster entdeckte und diesen schließlich bewegen konnte, eine künstlerische Karriere zu beginnen. Zunächst jedoch begann Vallien nach Beendigung der Volksschule eine Ausbildung in dem Dekorationsgeschäft seines Vaters. Der Lehrer einer Handelsschule konnte Vallien dazu bewegen, seine Schullaufbahn fortzusetzen, so dass er letztlich doch die Hochschulreife erwarb. Parallel hierzu arbeitete er als Schaufensterdekorateur und belegte Abendkurse im Aktzeichnen an der Konstfack, Schule für Kunst und Design in Stockholm, wo er anschließend vier Jahre die Linie Keramik bei Stig Lindberg studierte. Während dieser Zeit lernte er auch die Künstlerin Ulrica Hydman kennen, die er im September 1963 heiratete. 1961 verließ Vallien die Konstfack mit der Auszeichnung des besten Studenten seines Jahrgangs, und studierte fortan – ausgestattet mit einem königlichen Stipendium – in Mexiko und den USA. In dieser Zeit arbeitete Vallien erstmals für einen Glasdesigner in Los Angeles. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1963 begann die bis heute währende Zusammenarbeit mit der Glashütte Åfors und Kosta Boda, der bedeutendsten Glashütte des schwedischen Glasreichs. Dort ist er besonders für seine Arbeitsweise bekannt geworden, die Glasmasse in Sand zu formen. Mit dieser Technik hat er schimmernde Glaskulpturen von Booten und Köpfen geschaffen. 1996 kam die Glasserie Viewpoints. 2002 schuf Vallien den Altarschein im Dom zu Växjö. Sein künstlerischer Ausdruck bewegt sich in einer Symbolwelt, in der die Objekte zum Nachdenken anregen. Bertil Vallien ist Ehrendoktor an der Universität Växjö.

 
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